| I. Allgemeine Erscheinung
und Verhaltensmerkmale
a) Der polnische Windhund ist
ein Hund von grossem Wuchs, kraftstrotzend,muskulös,deutlich
stärker und nicht so fein in den Körperformen wie die anderen
kurzhaarigen Windhunde (doch darf er weder plump noch träge
sein).In seiner Erscheinung gleicht er dem Typ des asiatischen
Windhundes, der sein Urahn ist.Starker Knochenbau, kurz gefügter
Körper, deutlich sichtbare Muskulatur und mächtige Kiefer zeugen
davon, dass dieser Hund unter den schwierigen Bedingungen des
polnischen Klimas nicht nur zur Jagd auf Feldhase, Fuchs, Reh
und Trappe, sondern auch zur Wolfsjagd benutzt wurde. Die ausdrucksstarken
Augen und der aufgeweckte, durchdringende Blick spielen eine
wichtige Rolle in der Erscheinung des polnischen Windhundes.
b) Die Bewegung muss fliessend
und energisch sein; die ihm eigene Winkelung der vorderen und
der hinterenGliedmassen erlaubt eine Vorwärtsstreckung der Glieder
in freier, raumgreifender Bewegung, im Schritt ebenso wie im
Trab. Langsam geführt, dürfen die Windhunde im Pass gehen, sollten
aber bei Steigerung des Tempos in den normalen Schritt zurückkehren.
Eines der charakteristischen Merkmale ist die Bewegung der Hinterläufe;
sie kann konvergierend ablaufen, der Windhund "strickt"
im langsamen Trab; dies ist nicht fehlerhaft.
c) Der polnische Windhund ist
selbstbewusst, sicher , zurückhaltend und mutig. Bei der Verfolgung
ist er schnell, sehr geschickt und ausdauernd. in Aktion reagiert
er schnell und heftig.
d) Grösse; Das Idealmass für
die Hündinnn ist eine Wiederristhöhe von 68-75 cm, für den Rüden
eine Wiederristhöhe von 70-80 cm. Exemplare, die grösser sind
als das Idealmass,werden unter der Bedingung zugelassen, dass
die rassetypische Morphologie gewahrt bleibt. Eine etwas geringere
Grösse als vom Standard vorgegeben ist kein Disqualifikationsgrund,
wenn nicht noch andere Fehler hinzukommen. Das Verhältnis der
Rumpflänge zur Wiederristhöhe sollte bei 102-103 % liegen. Jede
wesentliche Abweichung von diesem Verhältnis ist fehlerhaft.Im
freien Stand sollte bei dem Winndhund die Widerristhöhe der
an den Kreuzbeinwirbeln gemessen Körperhöhe entsprechen.
II Der Kopf
a) Kräftig, trocken und lang.
b) Proportionen: bei den Rüden
beträgt das Verhältnis von Kopflänge zur Widerristhöhe 37-39%,
bei den Hündinnen 36-38%. Fanglänge im Verhältnis zur Länge
des Schädels: -1 = 1 der Fang kann geringfügig länger sein;
-Kopfbreite in Höhe des Jochbeins im Verhältnis zur Kopflänge:
ungefähr von 38% - das gewünschte Verhältnis von Fangumfang
vor der Augenhöhle zur Kopflänge: ungefähr 80%.
c) Das Schädeldach sollte flach
sein, die Stirnfurche wenig betont und vorzugsweise 0,51 cm
tief sein.
d) Stirnvorsprünge, Augenbraunwulst,
Stirnabsatz wenig betont.
e) Die seitliche Begrenzungslinie
des Schädels sollte vollkommen mit der seitlichen Begrenzungslinie
des Fanges verschmelzen.
f) Die oberen Begrenzungslinien
des Schädels sollten leicht divergierend verlaufen. Ein leichter
Höcker, der häufig auf dem Nasenrücken erscheint, ist kein Disqualifikationsgrund.
g) Kräftiger Fang, der zum Nasenspiegel
hin so allmählich dünner wird, dass man nicht den Eindruck hat,
er würde spitz sein; für einen Windhund ist er eher stumpf.
h) Nasenschwamm schwarz oder
von dunkler Farbe, gross, über den Lippen vorstehend.
i) Starke Kiefer und Zähne.
Scherengebiss wird akzepiert.
j) Lippen über die ganze Länge
gut abgesetzt, ohne übertreibung trocken; am Beginn des Fanges
dürfen sie eine sehr kleine Falte bilden, die die pigmentierten
Ränder der Unterlippe bedeckt. Sie sind aber nie lose hängend
und verdekken nicht den Unterkiefer.
k) Dunkle Augen erwünscht; je
nach Fellfarbe ist die Iris dunkelbraun bis bernsteinfarben.
Augen ausdrucksvoll, ziemlich gross, leicht schräg (mandelförmig).
Keine Augen mit Dreieckslidspalte führen zur Disqualifikation.
Hervortretende Augen sind ein schwerer Mangel. Der Ausdruck
der Augen muss rassetypisch sein: aufgeweckt und durchdringend.
l) Ohren: von mittlerer Grösse,
ziemlich schmal; legt man sie nach vorne um, muss die Ohrenspitze
mit Leichtigkeit bis zu den inneren Augenwinkeln reichen. Der
Ohrenansatz liegt in Höhe der Augen. Der Knorpel der Ohrmuschel
ist ziemlich weich; die Ohren machen einen recht fleischigen
Eindruck. Die Ohren dürfen wie folgt getragen werden: - nach
hinten geknickt, den Hals berührend, - dachförmig, - bei Erregung
völlig aufgerichtet oder mit leicht nach vorne gekippter Spitze.
III. Der Hals
Lang, muskulös, kräfig, von
ovalem Querschnitt; er steigt sanft vom Widerrist aus an, der
Kopf wird ziemlich hoch getragen (in Ruhehaltung trägt der polnische
Windhund den Kopf etwas tiefer als der Greyhound).
IV. Der Rumpf
a) Widerrist klein aber ausgeprägt,
obere Linie über dem Brustkorb gerade, die Ledenpartie ist sanft
gewölbt. Bei Hündinnen ist es kein Fehler, wenn die obere Linie
auch in der Ledenpartie nahezu gerade ist.
b) Brustkasten sehr geräumig
und tief hinabreichend ( der ideale Brustkasten reich mit der
Brustbeingegend bis zum Ellebogengelenk), von vorne gesehen
ist er mässig weit, die Rippen, die hinter der Vertikalen durch
die Brustbeinspitze liegen, sind deutlich gebogen, jedoch nicht
Tonnenförmig. Die Rippen sind lang und liegen schräg zur Wirbelsäule.
Langes Brustbein.
c) Aufgezogener Bauch.
d) Breite muskulöse Lenden.
e) Kruppe schräg liegend, sanft
abfallend, lang, breit und muskulös;Viel Abstand zwischen den
Hüfthockern (der Abstand zwischen den Hüfthöckern entspricht
12-14 % der Widerristhöhe).
V. Rute
Lang, am Ansatz stark in Ruhestellung
tief getragen, das Rutenende sollte sichelförmig nach oben gebogen
sein oder einen geschlossenen Ring bilden. In Ruhe kann sie
der Hund auch vollständig aufrichten;in der Bewegung kann die
Rute höher getragen werden, die Rutenbasis sollte aber nicht
höher als die Lende getragen werden.
VI. Vordere Gliedmassen
a) Lang, trocken, gutbemuskelt,
mit recht wenig Abstand voneinander.Von vorne gesehen stehen
die Läufe parallel zueinander.
b) Unterarm lang;die Entferung
von der Ellebogenspitze zum Boden (die Höhe des Ellebogens)
soll ungefähr 54% der Widerristhöhe betragen;die Proportion
muss so ausgeglichen sein, dass nicht der Eindruck übertriebener
Hochbeinigkeit entsteht.
c) Mittelfuss leicht schräg
zum Boden stehend.
d) Pfoten oval, gut geschlossen
und gewölbt.
VII. Hintere Gliedmassen
a) Lang, gut bemuskelt, ziemlich
gut gewinkelt, leicht nach hinten gestellt und etwas auseinanderstehend,
allerdings deutlich weniger als beim Greyhound. Von hinten gesehen
sind die Gliedmassen parallel.
b) Langer Unterschenkel.
c) Kräftiges Sprunggelenk.
d) Pfoten oval, aber viel länglicher
als die Vorderpfoten, Zehen gut gewölbt, kompakt.
VIII. Haut und Fell
a) Haut gut anliegend, elastisch.
b) Beim Anfassen erscheint das
Haar elastisch, ziemlich hart, nicht "drahtig", aber
auch nicht seidig.Es ist auf dem Rumpf von unterschiedlicher
Länge, im allgemeinen etwas länger am Widerrist, ist es auf
den Seiten kürzer;am kürzesten ist es am Brustbein und an den
Gliedmassen. Der Bauch ist feiner und dünner behaart. Am Schwanzende
und an der Schwanzunterseite ist das Haar am längsten, bleibt
aber auch hart;es blidet Hosen und eine Bürste.
c) Fellfarbarbe. Alle Fellfarben
sind erlaubt. Lidränder und Nasenschwamm schwarz oder dunkel;wenn
die Fellfarbe heller ist, d.h. blau oder beige, ist dementsprechend
auch der Nasenschwamm blau oder beige.
IX. Fehler
a) Allgemeine Erscheinung: -
zerbrechlicher Knochenbau, Schwäche, schwache Muskulatur oder
schwerfällige Konstitution, Schläfrigkeit, übertriebende Schüchternheit,
unbegründete Aggressivität.
b) Kopf: -Stirnpartie zu stark
gewölbt. Nasenrücken zu stark gewölbt. Deutlich ausgeprägte
Stirnfürche, deutlich ausgeprägter Stop. übertrieben entwickelte
Lefzen;schwache Kiefer. Dünne, spitze Nase. Rückbiss, Vorbiss,
beträchtlicher Zahnmangel ( ausser P1) , vorstehende Augen,
flachliegende Ohren, die die Seiten des Kopfes berühren.
c) Hals kurz, dünner übertrieben
hoch getragener Kopf (wie beim Barsoi).
d) Rumpf: Bereits ab den Brustwirbeln
gebogener Rücken oder zu stark gebogene Lende. Kurzes Brustbein,
Brustkasten flach, wenig herabreichend, Brustbeinspitze soweit
zurückversetzt, dass sie von der Seite betrachetet nicht hinter
dem Schulterrand sichtbar ist.
e) Rute: -Vollständig über dem
Rücken gekrümmte Rute, seitliche Abweichung der Rute.
f) Vordere Gliedmassen: -schroff
abfallende Schulterblätter ( steile Schulter), ausgedrehte Pfoten,
deformierte Sohlenkissen, angedrückte oder abstehende Ellebogen.
g) Hintere Gliedmassen: -zu
schache Winkelung, Kuhhessigkeit, Fassbeinigkeit, gespreizte
Pfoten.
h) Haut und Fell: -dicke, lose
Haut, weinig elastisch; Nasenschwamm und Lidränder blassrot
oder pfleckig, ebenso wie eine Aufhellung der Farbe von Nasenschwamm
und Lidrändern bei anderen Fellfarben als blau oder beige.
N.B.: Rüden sollten zwei offensichtlich
normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Skrotum befinden.Der vorliegende Standard wurde von der Plenarversammlung
des Direktoriums der Federation Cynologique in Polen am 23.Feb.
1986 gebilligt.
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